Rhabarber - Rheum rhabarbarum

Der Rhabarber ist eigentlich ein Gemüse, obwohl er praktisch nur in süsser Form auf den Tisch kommt. Er hat eine mehrere tausend Jahre lange, spannende Geschichte, die bis heute nichts an Aktualität eingebüsst hat. Kurzum, der Rhabarber war und bleibt "in".

Geschichte, Herkunft

Erstmals schriftlich erwähnt wird der Rhabarber um 2700 v. Chr. im chinesischen Peng-King Kräuterbuch, wo er als Heilmittel beschrieben wurde. Dabei wurde die Heilkraft nicht in den Stängeln (Stielen) gefunden, sondern in den fleischigen Wurzeln. Die Heimat wird in China vermutet. Schon zur Zeit Christi wurden bestimmte Rhabarberarten international gehandelt. So soll aus weiten Teilen Ost- und Zentralasiens und später aus dem Gebiet des Schwarzen Meeres der heilbringende Rhabarber nach Europa verkauft worden sein. Im 18. Jahrhundert entdeckte man den Rhabarber auch als Nahrungsmittel. Die Engländer haben als Erste zu Beginn des 19. Jahrhunderts verschiedene Rhabarbersorten als Gemüse kommerziell angebaut. Die übrigen Europäer brauchten etwas länger, diesen "fruchtigen Gemüsestiel" zu entdecken.

Aussehen

Der Rhabarber ist eigentlich eine Staude. Er gehört zur Familie der Knöterichgewächsen (Polygonaceae) und ist demzufolge verwandt mit der Sauerampfer (Rumex) und dem Knöterich (Polygonum). Der Rhabarber fällt auf durch die sehr großen, rundlich bis ovalen, wellig gekrausten Blätter und die dickfleischigen Stängeln. Der weiße Blütenstand ist ebenfalls imposant und kann eine Höhe bis 150 cm erreichen. Es gibt rot- und grünfleischige Sorten.

Verwendung

Rhabarber ist gesund. Die zarten Rhabarberstängel enthalten die Vitamine A, B1, B2 und C, Niacin und reichlich Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Besonders hoch ist ihr Gehalt an Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure. Personen, die den Rhabarber schlecht vertragen, sollten ihn in Verbindung mit Milchprodukten genießen. Rhabarber wirkt darmregulierend, blutreinigend und entschlackend. Deshalb wird er auch heute noch zu Frühjahrskuren verwendet. Zusätzlich wird ihm eine harntreibende Wirkung nachgesagt.

Die Blätter sind wegen der hohen Konzentration an Oxalsäure nicht essbar. Verwendet werden nur die Stängel. Diese sind enorm vielseitig verwendbar, z.B. Kompott, Kuchen, Torten, Aufläufe, Gratins, Cremen, Glace, Konfitüren (ausgezeichnet in Kombination mit anderen Früchten). Aber auch als rassige, süßsaure Chutneys, pikante Gemüsebeilagen oder Saucen zu Fleisch-, Geflügel- oder Wildgerichten. Wegen des Gehaltes an Oxalsäure sollte Rhabarber nur in geringen Mengen roh gegessen werden. . Rhabarber aus Winterproduktion (Treibrhabarber) muss wegen seiner zarten Haut nicht geschält werden!

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